Augustiner Bräu München - Historie

1328
Nachdem die Augustiner-Eremiten 1294 auf dem Haberfeld vor den Toren Münchens ein Kloster gegründet hatten, wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts auch eine Brauerei aufgebaut, die für die Ökonomie der Mönche unerlässlich war. 1328 wurde die Brauerei erstmals namentlich genannt.
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München wird unter Kaiser Ludwig dem Bayern vorübergehend kaiserliche Residenz. Es wird so zur ersten Residenzstadt des Reiches, in der sich der Kaiser tatsächlich auch lange Zeit seiner Regierung aufhält.

1494
Bis zur Fertigstellung des Münchner Domes im Jahr 1494 war die Hallenkirche des Augustinerklosters der größte Sakralbau in München.
und sonst
Im gleichen Jahr wird Hans Sachs, Nürnberger Schuhmacher, Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker geboren


Wening Kloster 1494

1589
Die Augustinermönche belieferten die Wittelsbacher Herzöge mit ihrem hoch geschätzten, starken Bier bis die Herzöge sich ab 1589 vom eigenen Brauhaus - dem neu gegründeten Hofbräuhaus - versorgen ließen.
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Die erste erhaltene Ausgabe von William Shakespeares Komödie Love‘s Labour‘s Lost erscheint, der jedoch vermutlich eine bad quarto vorangeht. Es enthält mit dem satirischen „Honori cabilitudinitatibus“ das längste Wort aller Werke Shakespeares.

1759
Die Münchner Augustinermönche zählten zu den ersten Mitgliedern der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
und sonst
Das British Museum im Londoner Stadtteil Bloomsbury wird eröffnet.

1803
Im Rahmen der Säkularisation mussten die Mönche das Kloster verlassen und es wurde aufgelöst. Nur die Klosterbrauerei wurde anfänglich unter staatlicher und später unter privater Führung weitergeführt. Die Klosterkirche wurde als Mauthalle, das Konventgebäude vom Justizministerium genutzt. und sonst
Robert R. Livingston, James Monroe und François Barbé-Marbois unterzeichnen in Paris den Vertrag zum Kauf der französischen Kolonie Louisiana durch die USA. Der Louisiana Purchase verdoppelt das Territorium der Vereinigten Staaten. In einer Übergabezeremonie später im Jahr wird die Kolonie im Cabildo von New Orleans feierlich übergeben.

1817
Wegen Baufälligkeit der Räumlichkeiten wurde die Brauerei vom Klosterareal in die Neuhauser Straße verlegt.
und sonst
Der Mainzer Turnverein von 1817 wird gegründet. Es ist heute der drittälteste noch existierende Turnverein in Deutschland.


Anton Wagner 1844

1829
Anton und Therese Wagner, eine Brauerfamilie aus Altaching bei Freising, erwarben die Sudstätte. Seitdem ist die Brauerei eine bürgerliche Privatbrauerei in Familienbesitz.
und sonst
Cyrill Demian erhält in Wien zusammen mit seinen Söhnen Karl und Guido ein Privilegium (Patent) für die Erfindung des Akkordeons.

1867
Seit wann und in wie vielen Bierbuden Augustinerbier auf dem Oktoberfest ausgeschenkt wurde, ist nicht bekannt. Durch diese Abbildung einer Augustiner-Bierbude ist das Jahr 1867 nachgewiesen.
und sonst
Der schwedische Industrielle Alfred Nobel lässt sich das Dynamit, seine Erfindung von 1866, patentieren.

1883
Nach der Fertigstellung des Neubaus an der Landsberger Straße konnte der Brauereibetrieb umziehen.
und sonst
Beim stark besetzten Schachturnier zu London siegt Johannes Hermann Zukertort vor Wilhelm Steinitz.
Die beiden Spieler kämpfen drei Jahre später um die 1. Schachweltmeisterschaft.

1925
Einführung der Biersorte „Edelstoff“
und sonst
Unter der Leitung von Ernst May wird das Wohnungsbauprojekt neues Frankfurt begonnen, in diesem Zusammenhang entsteht auch die Frankfurter Küche als Vorläufer der heutigen Einbauküche.

1987
Seit 1987 ist die Augustiner Brauerei die einzige der sechs Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest, die ihr Bier nur aus dem Holzfass zapft.
und sonst
US-Präsident Ronald Reagan reist zur 750-Jahr-Feier nach West-Berlin. In seiner öffentlichen Rede vor dem Brandenburger Tor fordert er den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow auf, die Mauer niederzureißen “tear down this wall“, und schlägt vor, Olympische Spiele in beiden Teilen der Stadt abzuhalten.

1996
Edith Haberland-Wagner, die letzte Verwandte mit dem Nachnamen Wagner und Haupteigentümerin der Brauerei, vermacht ihre Anteile der von ihr gegründeten Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Nun hält die Stiftung etwas über 50 Prozent der Augustiner Brauerei. Die Stiftung engagiert sich insbesondere in den Bereichen Jugend- und Denkmalschutz sowie bei der Kulturförderung.
und sonst
Deutschland wird im Wembley-Stadion von London durch das erste Golden Goal in der Geschichte, erzielt von Oliver Bierhoff, zum dritten Mal Europameister.

2013
Augustinerbier wird mit der Eröffnung des Augustiner Klosterwirts wieder am Ort seines Ursprungs ausgeschenkt: im Münchner Augustinerkloster.
und sonst
Zum ersten Mal seit 1294 trat mit Benedikt XVI. ein Papst aus eigener Entscheidung zurück. Im März wurde erstmals in der Geschichte mit Franziskus ein Lateinamerikaner zum Bischof von Rom gewählt.

2017
Nach einjahriger Umbauzeit eroffnet die Nürnberger Traditionsgaststätte Augustiner zur Schranke am Tiergärtnertor. Das Gebäude ist vermutlich 1545 erbaut worden. Seit dem 16. Jahrhundert ist hier eine Gaststätte „Zur Schranke“ nachgewiesen.

Quellen: http://www.augustiner-braeu.de/home/historie.html und https://de.wikipedia.org/wiki/1328

Augustiner Zur Schranke - Historie

Eine bewegte Geschichte weist die Traditionsgaststätte Augustiner Zur Schranke auf. Die Historie reicht weit in die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der Stadt Nürnberg im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert zurück. Die Geschicke der Stadt wurden damals von führenden Handels- und Kaufmannsfamilien bestimmt, den sogenannten Patriziern. Weltberühmte Künstler
wie Albrecht Dürer, Adam Kraft und Veit Stoß, Humanisten wie Willibald Pirckheimer oder Philip Melanchthon und Wissenschaftler wie der Astronom Johannes Regiomontanus lebten und wirkten in der Stadt.
Kürzlich durchgeführte Untersuchungen lassen auf ein Baujahr 1545 schließen, Nutzung als Gaststätte wurde erstmals 1632 erwähnt, der Name „Zur Schranke“ 1641. Den Namen erhielt die Schranke von ebenjener, die den Verkehr am Tiergärtnertor regelte. Nürnberg lag damals an einem der großen Handelswege zwischen Prag und Paris, damals mussten die fahrenden Kaufleute bzw. ihre Fuhrwerke, die von allen Seiten in die Stadt strömten, ihre Waren verzollen. Ganz Nürnberg war mit Schranken bzw. Kettenstöcken durchzogen. Um 1470 zählte man 420 Ketten und Schranken.

Das Gebäude Tiergärtnertor 3 südlich unterhalb der Burg in Nürnberg ist ein für die Zeit typisches dreigeschossiges Fachwerkhaus mit massivem Erdgeschoss. Das Kellergeschoss reicht über die Gebäudegrenzen Richtung Norden hinaus. Die ehemals zwei Gebäude wurden wohl im 17. Jahrhundert zu einem vereinigt und die Baulinie um fünf Meter zurückgenommen. Auf der ehemaligen Gemarkung ist jetzt der urige Biergarten mit einem der schönsten Rundumblicke auf historische Gebäude in Nürnberg.
Kurzzeitig hieß die Gaststätte „Zum goldenen Rößlein“, ein Stich von J.A. Delsenbach aus dem Jahr 1714 belegt dies. Ab 1900 war dann die „Schranke“ eines der bekanntesten und beliebtesten Lokale der Stadt. Es war nicht der verheerende Bombenangriff vom 2. Januar 1945, sondern das Lokal wurde bereits im August 1942 getroffen und bis zum Erdgeschoss zerstört.

Fritz Nadler schreibt in seinem Buch „Ich sah wie Nürnberg unterging“ über den damals schwersten Angriff: „Zertrümmert ist der Wehrgang beim Tiergärtnertor. Es züngeln Flammen Flammer heraus. (...) Und hier ...? Da stand doch gestern, für jeden der durchs Tiergärtnertor das Stadtinnere betrat, so behäbig, so ewig alt und doch immer neu, das Gasthaus zur Schranke, der malerische Fachwerkbau mit kreuz und quer durchs Gemäuer gezogenen Balken ... Es ist jammervoll, dieses Haus anzusehen. Es gleicht einem großen Vogelkäfig. Der Besitzer steht neben den Trümmern, ein Mann mit etwa 70 Jahren. Er und sein Sohn und sein Enkel haben sich mit Schaufeln und Pickel bewaffnet. Aber der Schreck der Nacht steckt ihnen noch in den Gliedern. Sie können noch keine Hand rühren. Und der alte Mann lispelt: Ja, wir müssen eben wieder anfangen – ganz von vorne ...!“

Dass die Außenmauer bzw. das Fachwerkgerüst den Bombenkrieg überstanden hat, war ein Glücksfall. So konnte die Fassade erhalten werden und in den 50er Jahren wieder aufgebaut werden.
Ende der 70er Jahre wurde das Lokal dann von der Wirtsfamilie Gerber übernommen, die es 36 Jahre betrieb.

Im Jahr 2017 wurde das Traditionslokal „Zur Schranke“ über ein Jahr volständig entkernt und getreu den Auflagen des Denkmalschutzes komplett erneuert. Wobei die Täfelungen, die schon immer in der Schranke waren, auch wieder original eingebaut wurden.
Die Gaststätte heißt seit knapp 400 Jahren „Zur Schranke“, aber aufgrund des lange Jahre dort ausgeschenkten Bamberger Rauchbiers nennen es die Nürnberg immer noch „Schlenkerla“.
Ebenso ist das Gasthaus nicht am Dürer-Platz gelegen, sondern am Tiergärtnertorplatz, der fälschlicherweise oft als Dürer-Platz bezeichnet wird.
Schließlich steht hier das Dürer-Haus. Der eigentliche Dürer-Platz ist tatsächlich rund 100 Meter weiter südlich, dort steht auch das Dürer-Denkmal. Hier sind auch die Eingänge zu den Felsenkellern, ehemalige Kühlkeller, die den ganzen Burgberg durchziehen.

 

Das Brunnenstüberl

Das Brunnenstüberl
Bei den Renovierungsarbeiten im Keller des Gebäudes „Beim Tiergärtnertor 3“, dem Gasthaus zur Schranke, wurde ein 14 m tiefer Brunnen freigelegt. Er ist der Namensgeber des Brunnenstüberls im Keller.
Hier ist ein gemütlicher Platz, ideal für kleinere Gesellschaften bzw. Anlässe.


Brunnenausgrabung

Zur Brunnengeschichte
Der oberste Brunnenabschnitt weist einen Innendurchmesser von 1,20 m auf und ist bis in eine Tiefe von 2,7 m Tiefe mit Sandsteinblöcken ausgemauert. Der Brunnen, der aufgrund seiner Machart wahrscheinlich im Spätmittelalter gebohrt wurde, zapfte die oberste Grundwasserschicht an. Aktuelle Messungen haben ergeben, dass die damaligen Brunnenbauer mit hoher Präzision arbeitete, da der Brunnen exakt so tief gebaut wurde, um die jahreszeitlichen Schwankungen des Grundwasserspiegels von rund drei Metern immer auszutarieren. Im Rahmen des Wiederaufbaus nach 1945 wurde der Brunnen professionell verschlossen und geriet anscheinend in Vergessenheit. Das Kellergeschoss wurde in dieser Zeit als Lager genutzt. Durch den Umbau konnte das Kellergewölbe dem Gastraum zugeschlagen werden.

Quelle und Fotonachweis: Simone Glaß / Matthias López Correa: Archäologische Begleitung im Zuge der Sanierung der Gaststatte “Zur Schranke”, Beim Tiergartnertor 3, 90403 Nurnberg – Vorlaufige Ergebnisse der Untersuchungen am Brunnen im Kellergeschoß